Wir bleiben zuhause, oder wie Corona unser Leben auf den Kopf stellt.

Covid 19 Corona

Als alles anfing, war ich fest davon überzeugt, dass ist alles Panikmache. Ist ja nur eine Grippe. An einer Grippe kann man zwar auch sterben, aber nicht so leicht. Also keine Panik. Wir liefen staunend durch Läden, die wie ausgeräubert waren. Dann hörte ich, wie die Verkäuferin erzählte, dass sie am Morgen alle Regale aufgefüllt hatten. Ich war erstaunt, aber gelassen. Dann wurde die Schulen geschlossen, und die Länder machten ihre Grenzen dicht. Da kam mir der Gedanke, dass mit unseren spärlichen Vorräten (wir kaufen fast täglich frisch ein) wir im Notfall nicht lange zu Viert uns versorgen können. Also fuhren auch wir „hamstern“. Danach waren wir in vier Läden und hatten den ganzen Kofferraum voll. Aber wir waren immer noch gelassen. Wir waren noch auf einer Geburtstagsparty eingeladen und brachten als Mitbringsel ein Notfallpaket mit Klopapier und Einmachgläsern

Dann kam die Ausgangsbeschränkung. Ich merkte davon nicht viel, denn ich musste weiterhin in die Arbeit. Ich arbeite mittlerweile sogar viel mehr als zuvor. Das ist halt nun mal so, wenn man in einem Beruf arbeitet, bei dem man in Krisenzeiten für andere da ist. Was mich jedoch mittlerweile nervt ist „einkaufen“. Ich hätte nicht gedacht, dass ich sowas jemals sagen würde. Ich liebe shoppen. Na ja bis Covid-19. Aber jetzt fand ich es schlimm. Dazu noch, dass ich für meine Eltern, die als Risikogruppe nicht einkaufen sollten, auch noch einkaufen musste. Also jedes Mal an der Kasse mit einem vollen Einkaufswagen. Das ist ja schon Stress. Dann aber noch Abstand halten und nicht abschätzen zu können, ob der vor einem laufende plötzlich panisch in eine andere Richtung springt. Habt Ihr das auch bemerkt? Aber zuhause war es entspannt. Die Kinder machten Homeschooling und das klappte ganz gut. Dann mit eigenem Garten merkt man erst, wie priviligiert man ist. Wir können einfach draußen sitzen. Wir haben aber uns erst mal total beschäftig. Ich verstehe garnicht, wie es anderen Leuten zuhause langweilig sein kann. Wir haben mit zwei Kindern bergeweise Arbeiten, die wir immer schon mal machen wollten. Babyfotos einkleben, ausmisten, Grundreinigung (Frühjahrsputz), Nähen, Basteln, Sachen reparieren usw. Jetzt ist es schon neun Wochen her, und wir haben immer noch nicht alles geschafft. Na ja wir sind natürlich bei dem schönen Wetter auch mehr draußen.

Die letzte Woche vor den Osterferien kriselte es dann auch bei uns. Die Kinder machten die Schularbeiten nicht mehr so genau. Schlampig oder nur die Hälfte. Ich arbeitet teilweise an manchen Tagen ganztags, damit ich zweimal die Woche zuhause bleiben kann. Wenn ich dann um 17 Uhr heim komme und nichts ist fertig, zuhause sieht es aus, wie wenn eine Bombe eingeschlagen hätte und die Kinder machen nur Blödsinn, dann platzte mir echt der Kragen. Ich musste dann auch noch den Kindern die Sachen raus suchen, ausdrucken und erklären. Am Wochenende korrigierte ich dann stundenlang die Wochenaufgaben. Die Lehrerin hat mir gesagt, dass die Kinder dies durch Selbstkontrolle selbst machen sollen. Ja mein Sohn kann das auch total schnell. Er macht einfach überall einen Haken hin, dass es richtig ist. *Aaaahhhh*.

Mittlerweile war mir auch klar, dass Corona nicht eine normale Grippe sein kann, denn wenn man sieht, wie die Leute zu hunderten in Italien, Spanien oder Frankreich sterben, dann ist das nicht mehr normal. Bei der Grippe sterben zwar auch tausende, aber nicht so viele in so kurzer Zeit. Ja damals machte mir das dann doch etwas Sorgen.

Ostern war dann ganz nett, zwar total anders als sonst, weil wir niemanden trafen, aber auch schön. Dann fingen wir an, mit Freunden uns zum Gruppenvideoanruf über Whatsapp zu verabreden. Wir tranken dazu gemütlich etwas und hatten echt viel Spaß. Die Ferien waren eigentlich nicht anders, als die Zeit zuvor. Da ja die Kinder zuvor auch zuhause waren, hab ich meinen Urlaub lieber tageweise genommen, um wenigstens jeden zweiten Tag zuhause zu sein. Die andere Zeit sind die Kinder bis Nachmittags alleine. Sie finden das aber schön. Denn da zocken sie und fernsehen. Wir können dem Großem leider nur in den Ferien das Handy und WLAN wegnehmen, denn sonst braucht er es um seine Schulsachen zu erledigen. Auch in den Ferien müssen sie etwas tun, denn der Kleine hat seine Wochnpläne vor lautert trödeln und relaxen nicht erfüllt. Nach den Ferien ging es genauso weiter wie zuvor. Viele Leute jammern über Corona und meckern. Wir machen das nicht, denn eigentlich geht es uns ja spitze. Wir sind gesund, haben Arbeit und durch die Videoanrufe sieht man sich auch etwas. Gleich nachdem die Bekleidungs- und Schuhgeschäfte wieder öffnen durften, musste ich mit meinem Großen Nachschub kaufen. Er hatte schon zu kurze Hosen an. Da war es dann gut, dass Ausgangsbeschränkung war.

Die Kinder werden jetzt aber doch nölliger. Der Große nicht so, aber der Kleine. Er will seine Freunde wieder treffen. Ich bin dann froh, als die Ausgangsbeschränkung aufgehoben wurde und er jetzt wieder seine Freunde sehen kann. Mittlerweile gibt es auch wieder Klopapier und Hefe, darum hab ich jetzt gleich ein Brot gebacken. In einem Restaurant oder im Biergarten war ich noch nicht, aber wir überlegen ob wir es nicht bald schon wagen. Denn man weiß ja nicht, falls zurück gerudert wird, dann waren wir wenigstens noch dort. Wir hoffen, dass jetzt die Normalität wieder eintritt und keine weiter Infektionswelle kommt. Wir versuchen alles positiv zu sehen, weil es uns wirklich doch gut geht. Wenn man so mitbekommt, wie es anderen Familien geht, die ihre Angehörigen in Krankenhäusern oder Pflegeheimen nicht mehr sehen konnten, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, ihre Existenz, die zuhause in Wohungen ohne Balkon zu vielen leben müssen, dann dürfen wir echt nicht jammern. Wir sehen Corona als Chance, unsere unfertigen Arbeiten erledigen zu können und einfach Familienzeit zu genießen.

Neues aus der Schule

Heute schreibe ich Euch, was mein Sohn in der Schule so weiter erlebt hat. Die Vorgeschichte findet Ihr hier. Nachdem wir Eltern mit der Rektorin gesprochen hatten, dass es nicht sein kann, dass die Vertretungslehrerin die Kinder so behandelt, hat diese sich die Klasse angeschaut und festgestellt, dass die Lehrerin wohl wirklich so ist. Allerdings hat sie uns auch gesagt, dass sie die Klasse nicht wiedererkennt, die wären so dermaßen frech und aufmüpfig, so kennt sie die nicht. Mein Sohn bestätigte es mir, dass sie bei der Lehrerin besonders wild und frech sind, weil sie diese Lehrerin nicht mögen. *ups* Wir hatten Glück, denn die Vertretungslehrerin, welche die Klasse vor Weihnachten schon hatte, bevor sie auch krank wurde, war mittlerweile wieder genesen und bereit, die Klasse wieder zu übernehmen. Sie waren also bei ihr nicht so eine wilde Bande.

Das war dann im Februar. Mit ihr klappte es auch ganz gut, die Kinder finden sie nett. Mein Sohn sagt, sie ist strenger als die erkrankte ursprüngliche Lehrerin, aber wenigstens lernen sie jetzt wieder was. Als Übertrittsklasse müssen vorgeschriebene Proben geschrieben werden. Die Lehrerin hat dann auch einen Plan aufgestellt, wann welche Proben stattfinden, damit die Vorgabe noch geschafft wird. Englischunterricht findet nicht statt, denn die Zeit wird zum Nachholen des verpassten Unterrichtsstoffes benötigt. Mein Sohn hat schon seit November keinen Englischunterricht mehr gehabt. Wir üben zuhause jetzt Vokabeln mit dem Tiptoi-Stift. Alles lief dann ganz gut an, die ersten drei Proben wurde geschrieben und dann kam COVID 19. Wieder kein Unterricht mehr. *Aaaahhhh* Durch Homeschooling merkte ich, welche Defizite mein kleiner Sohn hat. Wir hoffen nur, dass er in der fünften Klasse trotzdem gut mitkommt.

Seit dem 11. Mai darf mein Kleiner wieder täglich in die Schule. *Jippie* Zwar nur von 8.00 Uhr bis 10.30 Uhr, aber besser als nur zuhause. Ich merkte nämlich, dass es nicht so einfach ist, es kindgerecht zu erklären. Deswegen studieren Lehrer auch. Mit Hilfe von YouTube konnten wir Videos anschauen, wie es überhaupt geht. Ich war zwar auch mal in der Schule, aber man fragt sich dann doch: Wie war das nochmal?“ Allerdings merkte ich bald, dass wenn ICH es vom Video verstand, es mein Sohn noch lange nicht kapierte. Dann mussten wir weiter nach einem Video suchen, in welchem es kindgerecht erklärt wurde. Wie es uns in der Corona-Krise so geht, schreibe ich Euch hier.

Die Schule meiner Kinder

Wisst Ihr noch wie cool es war, endlich nicht mehr Schüler zu sein, nicht mehr jeden Tag in die Schule gehen zu müssen? Ich hätte gerne studiert, aber irgendwie hatte ich von Schule die Nase voll und wollte einfach nur arbeiten. Nach nur einer Woche bereute ich den Entschluß. Nach der Arbeit fielen mir beim Fernsehen auf dem Sofa die Augen zu, so geschafft war ich nach einem ganzen Tag arbeit. Da wäre ich dann doch lieber zurück zur Schule gegangen. Tja leider zu spät gemerkt *lach*.

Dafür hat mich jetzt die Schule wieder. Mit meinen Kindern wiederhole ich den ganzen Schulstoff wieder. 1×1, Bundesländer (kennt Ihr alle mit ihren Hauptstädten?), Englisch Vokabeln, Deutsche Grammatik. Durch die Grundschullehrerin meines Sohnes haben sich meine Grammatikkenntnisse in Deutsch rapide verbessert. Ich muss dieser Frau auf Ewig dankbar sein. Ich hab durch die Hausaufgaben meines Sohnes einfach auch alles gelernt. Ja es hat Vorteile, das nochmal durchstehen zu müssen.

Aber auch Nachteile. Und dieses Mal bin ich nicht persönlich betroffen, sonderen mein KIND, welches in den Mühlen des Bayrischen Schulsystems fest steckt und ich kann nicht so richtig helfen. Er hatte eine soooo nette, gute Lehrerin. Die allerdings an der Grundschule die letzten zwei Jahre echt übles mitmachen musste. Das Schulhaus wird bei laufendem Betrieb saniert. Und mittendrin die Klasse meines Sohnes. Baulärm, Staub, Dreck, Wasser dringt ein nach Starkregen, Putzstücke fallen von der Decke, eine Lehrerin wird von einem vom Gerüst herabfallendem Eimer getroffen und unterrichtet seither nicht mehr. Damit alles einigermaßen laufen kann, verbringt die Klasse meines Sohnes Wochen in der Turnhalle. Dadurch kann die ganze Schule keinen Sportunterricht mehr machen. Nach dem es wieder ins Klassenzimmer zurück ging, erneut Lärm, Staub, Putz der von der Decke fällt. Jetzt muss die ganze Klasse in den Keller und sitzt fortan statt an Schulbänken an Werkbänken. Das geht wieder Wochenlang so. Den Sommer verbringen sie im dunklen Keller. Dann endlich nach den Herbstferien darf ein Teil des neusanierten Schulhauses bezogen werden. Aber auch da wieder Baulärm und Staub. Dann brennt es im Dach. Genau über dem Klassenzimmer von meinem Sohn. Die Lehrerin die nur noch gestresst ausgesehen hat, packt dass nicht mehr. Nun ist sie seit Wochen krank. Wir vermuten Burnout.

Doch leider ist das Drama nicht zu Ende. Jetzt kommen Vertretungslehrer. Einmal die Lehrerin eine oder zwei Wochen, dann der Lehrer. Und jeder weiß nicht so genau, was der andere gemacht hat. Die Kinder lernen nicht viel, schreiben keine Proben. Ich hab noch garnicht erwähnt, dass es eine Vierte Klasse ist, kurz vor dem Übertritt. Dann kommt eine Woche vor Weihnachten eine Lehrerin vom Schulamt. Diese soll die Klasse führen, bis zur Rückkehr der kranken Lehrerin. Aber nach den Ferien kommt die auch nicht, ist jetzt auch länger krank. Dann kommt wieder einmal die Lehrerin, dann der Lehrer, Chaos. Wir Eltern führen Gespräche mit der Schulleitung. Es wird uns eine neue, erfahrene Lehrerin zugesichert. Diese ist jetzt da. Eigentlich sollte nun alles gut werden. Aber es ist nicht der Fall. Die neue Lehrerin findet die Klasse schlimm. Sie schreit die Kinder an, sie wären die schlimmste Klasse, die sie jemals hatte. Das weiß sie nach nur einer Woche. Mein Sohn hat plötzlich öfters Bauchweh und sagt ganz traurig, dass vielleicht alle Lehrer krank werden, weil sie so eine schlimme Klasse sind. Seltsam dass die frühere Lehrerin immer gesagt hat, sie wären so lieb. Ich leide mit meinem Sohn und weiß nicht wie es weiter geht. Er tut mir leid, aber ich kann nicht wirklich helfen. Er mag die neue Lehrerin nicht. Ich sag ihm, er soll versuchen mit ihr klar zu kommen, weil es sein kann, dass sie bis Sommer ihm bleibt.

Ja da kann ich froh sein, dass ich nicht mehr in die Schule muss. Wenn ich in meiner Arbeit sitze muss ich auch immer wieder neues lernen, aber ich bin erwachsen und niemanden mehr ausgeliefert. Ich könnte kündigen und gehen, wenn ich es schlimm fände. Das ist immer gut zu wissen. Ich find erst im Oktober meine jetzige Stelle neu an, da es mir auf der vorherigen nicht gefallen hat. Ich bin glücklich, dass ich gewechselt habe. Ich muss jetzt zwar mehr Stunden arbeiten, gehe aber jeden Tag wieder gerne in die Arbeit. Ich hoffe dass mein Sohn auch bald wieder gerne in die Schule geht.

Warum blogge ich hier

Schön das Du meinen neuen Blog besuchst. Ich blogge bereits seit 2012 gewerblich und denke mir dabei oft, dass ich gerne auch mal privates bloggen möchte ohne meinen gewerblichen Blog zu überfüllen. Deswegen entschied ich mich heute mal einen eigenen Blog zu entwerfen.

Den Name Erbsenprinzin habe ich daher gewählt, da ich zuhause unter Männern lebe (mein Mann der König und meine zwei kleinen Prinzen) und die einzige Prinzessin bin. Außerdem kann ich nachts nicht schlafen, wenn mich eine Falte im Bett stört. Denke eine Erbse wäre genauso. In meiner Jugend bei der Faschingsgarde wurde die Faschingsprinzessin INTERN Prinzin genannt. Dadurch kam ich auf den Namen „Erbsenprinzin“. Sozusagen die Prinzessin auf der Erbse. Ich würde mich freuen, wenn Du weiterhin meine Seite ab und an besuchen würdest.