Die Schule meiner Kinder

Wisst Ihr noch wie cool es war, endlich nicht mehr Schüler zu sein, nicht mehr jeden Tag in die Schule gehen zu müssen? Ich hätte gerne studiert, aber irgendwie hatte ich von Schule die Nase voll und wollte einfach nur arbeiten. Nach nur einer Woche bereute ich den Entschluß. Nach der Arbeit fielen mir beim Fernsehen auf dem Sofa die Augen zu, so geschafft war ich nach einem ganzen Tag arbeit. Da wäre ich dann doch lieber zurück zur Schule gegangen. Tja leider zu spät gemerkt *lach*.

Dafür hat mich jetzt die Schule wieder. Mit meinen Kindern wiederhole ich den ganzen Schulstoff wieder. 1×1, Bundesländer (kennt Ihr alle mit ihren Hauptstädten?), Englisch Vokabeln, Deutsche Grammatik. Durch die Grundschullehrerin meines Sohnes haben sich meine Grammatikkenntnisse in Deutsch rapide verbessert. Ich muss dieser Frau auf Ewig dankbar sein. Ich hab durch die Hausaufgaben meines Sohnes einfach auch alles gelernt. Ja es hat Vorteile, das nochmal durchstehen zu müssen.

Aber auch Nachteile. Und dieses Mal bin ich nicht persönlich betroffen, sonderen mein KIND, welches in den Mühlen des Bayrischen Schulsystems fest steckt und ich kann nicht so richtig helfen. Er hatte eine soooo nette, gute Lehrerin. Die allerdings an der Grundschule die letzten zwei Jahre echt übles mitmachen musste. Das Schulhaus wird bei laufendem Betrieb saniert. Und mittendrin die Klasse meines Sohnes. Baulärm, Staub, Dreck, Wasser dringt ein nach Starkregen, Putzstücke fallen von der Decke, eine Lehrerin wird von einem vom Gerüst herabfallendem Eimer getroffen und unterrichtet seither nicht mehr. Damit alles einigermaßen laufen kann, verbringt die Klasse meines Sohnes Wochen in der Turnhalle. Dadurch kann die ganze Schule keinen Sportunterricht mehr machen. Nach dem es wieder ins Klassenzimmer zurück ging, erneut Lärm, Staub, Putz der von der Decke fällt. Jetzt muss die ganze Klasse in den Keller und sitzt fortan statt an Schulbänken an Werkbänken. Das geht wieder Wochenlang so. Den Sommer verbringen sie im dunklen Keller. Dann endlich nach den Herbstferien darf ein Teil des neusanierten Schulhauses bezogen werden. Aber auch da wieder Baulärm und Staub. Dann brennt es im Dach. Genau über dem Klassenzimmer von meinem Sohn. Die Lehrerin die nur noch gestresst ausgesehen hat, packt dass nicht mehr. Nun ist sie seit Wochen krank. Wir vermuten Burnout.

Doch leider ist das Drama nicht zu Ende. Jetzt kommen Vertretungslehrer. Einmal die Lehrerin eine oder zwei Wochen, dann der Lehrer. Und jeder weiß nicht so genau, was der andere gemacht hat. Die Kinder lernen nicht viel, schreiben keine Proben. Ich hab noch garnicht erwähnt, dass es eine Vierte Klasse ist, kurz vor dem Übertritt. Dann kommt eine Woche vor Weihnachten eine Lehrerin vom Schulamt. Diese soll die Klasse führen, bis zur Rückkehr der kranken Lehrerin. Aber nach den Ferien kommt die auch nicht, ist jetzt auch länger krank. Dann kommt wieder einmal die Lehrerin, dann der Lehrer, Chaos. Wir Eltern führen Gespräche mit der Schulleitung. Es wird uns eine neue, erfahrene Lehrerin zugesichert. Diese ist jetzt da. Eigentlich sollte nun alles gut werden. Aber es ist nicht der Fall. Die neue Lehrerin findet die Klasse schlimm. Sie schreit die Kinder an, sie wären die schlimmste Klasse, die sie jemals hatte. Das weiß sie nach nur einer Woche. Mein Sohn hat plötzlich öfters Bauchweh und sagt ganz traurig, dass vielleicht alle Lehrer krank werden, weil sie so eine schlimme Klasse sind. Seltsam dass die frühere Lehrerin immer gesagt hat, sie wären so lieb. Ich leide mit meinem Sohn und weiß nicht wie es weiter geht. Er tut mir leid, aber ich kann nicht wirklich helfen. Er mag die neue Lehrerin nicht. Ich sag ihm, er soll versuchen mit ihr klar zu kommen, weil es sein kann, dass sie bis Sommer ihm bleibt.

Ja da kann ich froh sein, dass ich nicht mehr in die Schule muss. Wenn ich in meiner Arbeit sitze muss ich auch immer wieder neues lernen, aber ich bin erwachsen und niemanden mehr ausgeliefert. Ich könnte kündigen und gehen, wenn ich es schlimm fände. Das ist immer gut zu wissen. Ich find erst im Oktober meine jetzige Stelle neu an, da es mir auf der vorherigen nicht gefallen hat. Ich bin glücklich, dass ich gewechselt habe. Ich muss jetzt zwar mehr Stunden arbeiten, gehe aber jeden Tag wieder gerne in die Arbeit. Ich hoffe dass mein Sohn auch bald wieder gerne in die Schule geht.

Warum blogge ich hier

Schön das Du meinen neuen Blog besuchst. Ich blogge bereits seit 2012 gewerblich und denke mir dabei oft, dass ich gerne auch mal privates bloggen möchte ohne meinen gewerblichen Blog zu überfüllen. Deswegen entschied ich mich heute mal einen eigenen Blog zu entwerfen.

Den Name Erbsenprinzin habe ich daher gewählt, da ich zuhause unter Männern lebe (mein Mann der König und meine zwei kleinen Prinzen) und die einzige Prinzessin bin. Außerdem kann ich nachts nicht schlafen, wenn mich eine Falte im Bett stört. Denke eine Erbse wäre genauso. In meiner Jugend bei der Faschingsgarde wurde die Faschingsprinzessin INTERN Prinzin genannt. Dadurch kam ich auf den Namen „Erbsenprinzin“. Sozusagen die Prinzessin auf der Erbse. Ich würde mich freuen, wenn Du weiterhin meine Seite ab und an besuchen würdest.